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Glücklich alt werden

Strategien für mehr Zufriedenheit

 Die Zufriedenheit älterer Menschen hängt von ihrer Gesundheit und ihrem persönlichen Umfeld ab.
Die Zufriedenheit älterer Menschen hängt von ihrer Gesundheit und ihrem persönlichen Umfeld ab. © Simone Lang
Welche Faktoren für ein erfolgreiches Altern wichtig sind, untersuchte eine Schweizer Studie mit älteren Menschen. Angehörige und Pflegepersonal tragen viel zur Lebensqualität alter Menschen bei.

Studie mit Hundertjährigen

„Wir brauchen für Hochbetagte neue Kriterien, um deren erfolgreiches Altern zu erfassen“, erklärt Daniela Jopp, Professorin für Psychologie an der Universität Lausanne, den Studienansatz. „Während wir bei Älteren unter 80 Jahren vor allem auf körperliche Faktoren wie ein geringes Risiko für Krankheiten achten, müssen wir bei sehr alten Menschen viel stärker psychologische Faktoren berücksichtigen.“

Viele Gründe für ein erfülltes Leben

Alle Teilnehmer an der Hundertjährigen-Studie wohnten im Heidelberger Raum und besaßen mindestens eine chronische Erkrankung. Durchschnittlich litt jeder Hundertjährige unter fünf Krankheiten. Jopp betont: „Die Lebenszufriedenheit dieser Menschen hängt jedoch nicht von der Zahl ihrer Krankheiten ab, sondern vor allem von einem positiven Blick auf die Zukunft, vom Zusammenleben mit anderen Menschen und davon, ob sie glauben, noch selbstständig handeln zu können.“ Die meisten Hundertjährigen entwickelten mit der Zeit Strategien, um mit den Einschränkungen im höheren Alter klarzukommen. „Sie lernen zu akzeptieren, dass sie manches nicht mehr schaffen, was ihnen früher leicht gelang. Das ist eine Stärke sehr alter Menschen [–]“, erläutert Jopp. „Die allermeisten Hundertjährigen sind mit ihrem Leben zufrieden oder sogar sehr zufrieden.“

Pflegende, Angehörige und Ärzte in der Pflicht

Jopp macht darauf aufmerksam, dass fast 30 Prozent der Hundertjährigen berichteten, dass sie oft oder ständig Schmerzen hätten. „Das finde ich nicht akzeptabel.“ Für das häufige Auftreten von Schmerzen bei sehr alten Menschen sollten Ärzte sensibilisiert sein. Ein gleichzeitiger Verlust des Hör- und Sehvermögens stellte eine große Belastung für alte Menschen dar und erhöhte in der Studie das Risiko für die Entstehung von Depressionen. „Aber wie oft wird im Altenheim überprüft, ob die Sehstärke noch stimmt oder ob ein Bewohner ein neues Hörgerät braucht? Hier können Pflegende und Angehörige die Lebensqualität sehr alter Menschen wirksam verbessern, indem sie solche Beeinträchtigungen aufmerksam verfolgen und bei Bedarf die Hilfsmittel anpassen lassen.“ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V.

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