News des Tages

Paracetamol-Vergiftung bei Kindern

Giftnotruf bietet Hilfe

 Die richtige Dosierung und die sichere Aufbewahrung von Arzneimitteln ist in Haushalten mit Kindern besonders wichtig.
Die richtige Dosierung und die sichere Aufbewahrung von Arzneimitteln ist in Haushalten mit Kindern besonders wichtig. © Simone Lang
Eine Überdosierung des Wirkstoffs Paracetamol kann bei Kindern zu schweren Leberschäden führen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung muss schnell und besonnen gehandelt werden.

Unbedingt altersgerechte Dosierung bei Paracetamol beachten!

Jedes Arzneimittel kann bei Kindern eine Vergiftung auslösen. Besonders stark unterschätzt wird die Gefährdung durch den Wirkstoff Paracetamol, der rezeptfrei in Form verschiedener Präparate gegen Schmerzen und Fieber in Apotheken abgegeben wird. Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben und zu einem tödlichen Leberversagen führen. Besonders schwierig dabei für Eltern: Beim Kind zeigen sich nur unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Paracetamol muss das Kind sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

Hilfe für den Notfall: der Giftnotruf

Die Art der Beschwerden bei einer Vergiftung hängen von der Substanz ab. Oberstes Gebot ist Ruhe bewahren und das Kind nicht zum Erbrechen bringen. Am besten rufen Eltern direkt den Giftnotruf an, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Hier erhalten sie telefonisch Empfehlungen, denen die Eltern unbedingt Folge leisten sollten.

Eine Übersicht über die Telefonnummern der regionalen Giftnotrufzentralen:

Baden-Württemberg: 0761 19240 Bayern: 089 19240 Berlin, Brandenburg: 030 19240 Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen: 0551 19240 Hessen, Rheinland-Pfalz: 06131 19240 Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361 730730 Nordrhein-Westfalen: 0228 19240 Saarland: 06841 19240 In lebensbedrohlichen Situationen kann alternativ der Rettungsnotruf 112 gewählt werden. Wichtig ist, dem Arzt die verdächtige Substanz bzw. Pflanzenteile oder die Verpackung zu übergeben. Auf keinen Fall darf der kleine Patient allein gelassen werden. Die Eltern müssen Atmung und Puls überwachen und verhindern, dass Erbrochenes eingeatmet wird.

Worauf Haushalte mit Kindern achten sollten

Das Befolgen einiger einfacher Regeln hilft, dass Kinder gefährliche Stoffe wie Medikamente, Chemikalien und Putzmittel gar nicht erst in die Hände bekommen:
  • Putzmittel und Arzneimittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Medikamente gehören in eine abschließbare Hausapotheke und auch im Krankheitsfall nie offen auf den Tisch.
  • Giftige Stoffe dürfen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehältern gelagert werden. Es besteht Verwechslungsgefahr.
  • Offen herumliegende Handtaschen mit Parfüm oder Zigaretten sind vor der Entdeckerfreude der Kleinen nicht sicher – niemals unbeaufsichtigt lassen!
  • Die Nummer des örtlichen Giftnotrufs gehört gut sichtbar an die Kühlschranktür.
Quelle: Landesapothekerkammer Hessen Weiterführende Informationen und Materialien zum Thema http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/vergiftungen-4581.html|Vergiftungen vom Bundesamt für Risikobewertung.

zurück