News des Tages

Heilende Kraft der Worte

Gespräch mit Arzt oft unterschätzt

 Beruhigende und aufklärende Worte des Arztes können sich positiv auf die Beschwerden eines Patienten auswirken.
Beruhigende und aufklärende Worte des Arztes können sich positiv auf die Beschwerden eines Patienten auswirken. © Simone Lang
Bei Patienten mit leichten Beschwerden bessern sich diese schneller, wenn der behandelnde Arzt mit beruhigenden Worten eine baldige Genesung in Aussicht stellt. Dies wies eine kalifornische Studie mit Teilnehmern nach, die unter Juckreiz litten.

Histamin für den Juckreiz

Forscher der Stanford Universität prüften in einer Studie an gesunden Probanden, ob aufklärende und beruhigende Worte des Arztes einen klinischen Effekt auf die Beschwerden des Patienten haben. Hierfür verabreichten die Mediziner den Teilnehmern mit Hilfe einer Lanzette Histamin in die oberen Hautschichten des Unterarms. Der Botenstoff Histamin ist maßgeblich an der Hautreaktion bei Allergien beteiligt und sorgt für ein Anschwellen des Gewebes. Nach 3, 9, 12, 15 und 18 Minuten schätzten die Probanden den Juckreiz auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 100 (extrem) ein. Nach der ersten Bewertung nach 3 Minuten beurteilte ein Arzt die entstandene Hautschwellung. Bei den 41 Teilnehmern der Kontrollgruppe gab der Arzt keinen Kommentar ab. Den anderen 36 Probanden gab der Arzt den Hinweis, dass ab jetzt die allergische Reaktion zurückgehen sowie Rötung und Hautreizung verschwinden würden.

Weniger Beschwerden durch beruhigende Information

Nach drei Minuten – also noch vor dem ersten Arztkontakt – lag die Einschätzung des Juckreizes in beiden Gruppen bei etwa 36 Punkten. Die Teilnehmer, denen ein Arzt baldige Besserung signalisiert hatte, gaben nach 9 und 12 Minuten einen signifikant schwächeren Juckreiz an als die Kontrollgruppe. Nach 15 und 18 Minuten ergab sich erwartungsgemäß kein deutlicher Unterschied mehr zwischen den Gruppen, da bei allen Personen die allergische Hautreaktion nachließ. „Die Ergebnisse liefern empirische Unterstützung dafür, dass die Besserungszusicherung vom Arzt als alleinige Maßnahme klinisch nützlich ist“, fasst das Team um Kari Leibowitz zusammen. Beruhigende Informationen könnten zur Symptomlinderung beitragen. Quelle: Ärztezeitung

zurück