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Diagnose Multiple Sklerose

Erste Symptome oft übersehen

 Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheit gehören zu den ersten Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose.
Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheit gehören zu den ersten Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose. © Simone Lang
Die ersten Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose (MS) sind für Patienten oft nicht eindeutig. Eine frühe medikamentöse Behandlung und die zuverlässige Einnahme der Arznei verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung.

Behandlungsbeginn so frühzeitig wie möglich

Die Krankheit Multiple Sklerose entsteht aufgrund von verstreuten Entzündungsherden in Rückenmark und Gehirn. Die Nervenfasern sind nicht mehr in der Lage, Signale, die vom Körper kommen oder zum Körper gesendet werden, richtig zu verarbeiten. Betroffene leiden dann beispielsweise unter Kribbeln und Missempfindungen in den Beinen, sie stolpern vermehrt oder bekommen Schwierigkeiten beim Sehen. In Deutschland sind laut neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes über 200.000 Menschen an MS erkrankt, jedes Jahr kommen etwa 2.500 Neuerkrankungen hinzu. Meist betrifft die Krankheit junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer erkranken. Die ersten Symptome einer MS sind oft unspezifisch. „Da die Krankheit aus scheinbarer Gesundheit heraus beginnt, werden die ersten, wenig charakteristischen Symptome von Patienten oft nicht ernst genommen“, erläutert Kai Girwert, Apotheker in Langenhagen. Die Diagnose MS wird im Durchschnitt erst 3 Jahre nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen gestellt. Meist verläuft MS in Schüben. Medikamente gegen MS verlängern das krankheitsfreie Intervall zwischen den Krankheitsschüben. Für Patienten bedeutet das, Arzneimittel auch dann einzunehmen, wenn sie keine Verschlechterung spüren. „Hier müssen wir oft Überzeugungsarbeit leisten und mit den Patienten über ihre Ängste sprechen“, betont Girwert.

Korrekte Medikamenteneinnahme bei MS sehr wichtig

Girwert hebt die Bedeutung einer individuellen Beratung in der Apotheke hervor: „Nur aufgeklärte Patienten können den Sinn der Therapie einschätzen und nehmen die oft relativ teuren Arzneimittel zuverlässig ein. Durch sachliche Information kann der Apotheker dem Patienten helfen, die Arzneimittel korrekt anzuwenden.“ Zum Beispiel vertragen Patienten Interferone besser, wenn sie vor der Selbstinjektion die Haut kühlen. Die Injektionslösung sollte dabei Raumtemperatur haben. Teilweise kann der Patient die grippeartigen Nebenwirkungen „verschlafen“, wenn die Lösung am Abend gespritzt wird. Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) Weitere Informationen zur Erkrankung MS auf den Seiten der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.

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