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Fitnessarmbänder & Aktivitätstracker

Wann und für wen sie nützlich sind

 Fitnessarmbänder und -tracker sollen motivieren, den ersten Schritt zu machen.
Fitnessarmbänder und -tracker sollen motivieren, den ersten Schritt zu machen. © Sandra Göbel/OFFIS
Gut geschlafen? Ein Blick auf die App verrät es Ihnen. „Fitnessarmbänder“ und „Aktivitätstracker“ sollen zu einem gesünderen Leben verhelfen und zu mehr Bewegung motivieren. Forscher am Oldenburger Informatikinstitut OFFIS haben den Nutzwert der technischen Helfer in mehreren Studien analysiert. Die Ergebnisse.

Wer sind die Benutzer?

Das Durchschnittsalter der Benutzer liegt bei deutlich über 40 Jahren. Eine grundsätzliche Offenheit für Technik ist jedoch für Benutzer wichtig: Technikinteressierte Nutzer sind eher bereit, einen Tracker zu verwenden. Denn die erstmalige Installation von Software auf dem Smartphone oder dem PC ist eine Hürde, die zwar klein ist, aber doch genommen werden muss.

Wie werden die Tracker eingesetzt?

Es gibt einige „Power User“ die ihren Tracker über viele Monate hin jeden Tag von morgens bis abends nutzen. Ein Großteil der Anwender hat jedoch ein sporadisches Nutzungsverhalten: 
  • Manche nutzen ihn für einige Tage und lassen ihn dann für einige Tage liegen. Hier scheint der Wunsch im Vordergrund zu stehen, eine Belohnung für ein gutes Verhalten in Form einer hohen Schrittzahl auf dem Tracker zu sehen.
  • Andere machen längere Pausen, holen den Tracker aber regelmäßig für ein paar Tage wieder hervor: Das deutet darauf hin, dass die subjektive Empfindung über das eigene Verhalten mit einer objektiven Messung bestätigt werden soll.
  • Und wieder andere nutzen den Tracker nur wenige Wochen und lassen ihn dann liegen: Hier haben die Nutzer keinen Wert aus der Nutzung gefunden.
Es gibt also nicht die einzig richtige Art, einen Tracker zu nutzen, sondern jeder Nutzer hat seine eigene Art und Weise.

Sind die Tracker nützlich?

Viele Anwender möchten ihr eigenes Verhalten besser verstehen und Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Werten, wie beispielweise der Aktivität und dem Gewicht, erkennen. Die gesammelten Daten können sehr nützlich sein, um Entscheidungen mit Bedeutung für die eigene Gesundheit zu treffen. Für den einen ist es der letzte Anstoß, um sich endlich einen Hund anzuschaffen und so regelmäßig raus zu kommen, und andere nehmen die Auswertungen sogar zum Anlass, die Arbeitsstelle zu wechseln. Und als Teil der eigenen, persönlichen Gesundheitsakte können die Werte in Zukunft womöglich wichtige Hinweise auf Gesundheit und Krankheit geben.

Was können die Tracker?

Natürlich gibt es für alle „klassischen“ Gesundheitswerte vernetzte Geräte, zum Beispiel für Gewicht, Körperfettanteil, Blutdruck oder Blutzucker. Messergebnisse werden so automatisch gespeichert, das Führen von Tagebüchern entfällt, Fehl-Erfassungen werden verringert, und langsame Veränderungen wie eine schleichende Gewichtszunahme, werden über die Zeit erkennbar. Aktivitätstracker, die den Schlaf messen können, werden am Arm getragen und messen die nächtliche Bewegung. Das klappt tatsächlich gut, ist aber wenig komfortabel. Wer sich für die Messung des Schlafes interessiert, sollte deshalb besser auf spezielle Geräte zurückgreifen, bei denen dünne Mess-Streifen oder -matten auf die Matratze geklebt oder daruntergelegt werden. Sie messen zusätzlich weitere Werte wie die nächtliche Ruhe-Herzfrequenz – für Sportler ein wichtiges Maß für Fitness.

Werde ich fitter?

Zunächst einmal ist ein Aktivitätstracker nur ein Werkzeug von vielen möglichen. Und einfache Schrittzähler gibt es schon lange für wenige Euro zu kaufen. Allerdings kommt durch die Verbindung mit Apps und Web-Diensten und der damit einhergehenden Datenerfassung tatsächlich eine neue Qualität hinzu. So werden Veränderungen und Zusammenhänge deutlich und sichtbar. Ob das beim Nutzer etwas bewirkt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab: Einer der wesentlichen ist, ob der Nutzer überhaupt eine Veränderung herbeiführen will. Wenn nicht, dann wird auch ein Tracker nichts nützen. Durch einen Tracker alleine wird eine Couch Potatoe also nicht zum Marathonläufer. Ist die grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung jedoch da, kann die objektive Messung zusätzlich motovieren. Das vorgegebene Ziel, zum Beispiel 10.000 Schritte am Tag zu gehen, wird vor allen Dingen dann angestrebt, wenn es vom heutigen Verhalten nicht zu weit entfernt ist. Ambitionierte, aber realistische Ziele sind also hier ein wichtiger Punkt. Und auch wer das Ziel erreicht hat, freut sich, wenn er vom Tracker regelmäßig die Belohnung für ein gutes Verhalten bekommt. Quelle: OFFIS

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