Triazole

Fluconazol

Fluconazol

Innerlich eingesetztes Medikament gegen Pilzinfektionen (Mykosen). Besonders wirksam ist Fluconazol gegen Hefepilze wie Candida und Cryptococcus. Es bekämpft Pilzinfektionen durch Hefepilze besser als das Antipilzmittel Terbinafin. Bei Infektionen durch Fadenpilze (Dermatophyten) wirkt dagegen Fluconazol schwächer als Terbinafin. Fluconazol wird eingesetzt bei schweren und hartnäckigen Pilzinfektionen. So verschreibt es die Ärzt*in bei Nagelpilz oder Pilzinfektionen der Haut, wenn äußerliche Antipilzsalben alleine nicht ausreichen. Bei Nagelpilz ist das der Fall, wenn mehr als 3 Nägel betroffen sind oder ein Nagel zu mehr als Zweidrittel befallen ist. Fluconazol bekämpft die Infektion dann zusätzlich von innen. Fluconazol wirkt zudem gegen lebensbedrohliche Pilzinfektionen im Gehirn oder in den inneren Organen. Davon sind häufig Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem betroffen. Als Reservemedikament schließlich wird Fluconazol verordnet bei Pilzinfektionen der Schleimhäute, so des Mundes (Mundsoor), der Speiseröhre (Soor-Ösophagitis) und der Scheide (Scheidenmykose). Fluconazol ist in allen Darreichungsformen verschreibungspflichtig. Es ist verfügbar
  • als Kapseln zu 50, 100, 150 und 200 mg. Die Dosierung hängt von der Art und Schwere der Pilzinfektion ab. Sie können Fluconazol unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Die Kapseln schlucken Sie am besten mit etwas Wasser herunter.
  • als Pulver, wenn der Patient keine Kapseln schlucken kann. Das Pulver wird mit Wasser zu einer schluckbaren Suspension vermischt.
  • als Infusionslösung für lebensbedrohliche innere Pilzinfektionen. Die Anwendung erfolgt im Krankenhaus.

Ihre Ärzt*in legt fest, wieviel und wie lange Sie Fluconazol einnehmen. Hier einige Richtwerte:
  • Bei Nagelpilz nehmen Sie Fluconazol einmal wöchentlich 150 bis 300 mg, bis ein gesunder Nagel nachgewachsen ist. Das dauert normalerweise 6 bis 12 Monate. Wichtig ist, dass Sie den Nagelpilz gleichzeitig mit einer Salbe aus einem Antipilzmittel und Harnstoff behandeln. Der Harnstoff bewirkt, dass der kranke Nagelteil aufweicht und sich abtragen lässt. Näheres dazu finden Sie unter Bifonazol mit Harnstoff.
  • Bei einer Pilzinfektion der Scheide reicht es aus, wenn Sie einmalig 150 mg Fluconazol einnehmen.
  • Zur Bekämpfung einer Pilzinfektion im Mund schlucken Sie dagegen täglich 100 bis 200 mg Fluconazol bis die Infektion abgeklungen ist.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Fluconazol sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautausschläge. Selten, aber gefürchtet, sind Leberschäden und Herzrhythmusstörungen.
  • Zeichen einer Leberschädigung sind Appetitlosigkeit, Durchfall, Gelbfärbung von Haut und Augen, Dunkelfärbung des Urins und ungewollter Gewichtsverlust.
  • Herzrhythmusstörungen machen sich bemerkbar durch Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit und starkes Herzpochen.
  • Treten bei Ihnen solche Zeichen auf, so unterbrechen Sie sofort die Einnahme und sprechen Sie mit Ihrer Ärzt*in darüber.

Kombinieren Sie die Einnahme von Fluconazol nicht mit der Einnahme von anderen Medikamenten, ohne dass Ihre Ärzt*in Bescheid weiß. Leider gibt es zahlreiche Wechselwirkungen zwischen Fluconazol und anderen Medikamenten. So verstärkt etwa Fluconazol die gerinnungshemmende Wirkung von Marcumar. Die Dosierung von Marcumar muss deshalb verringert werden. Auch die Dosierung von Antiepileptika oder Kalziumantagonisten muss angepasst werden. Teilen Sie Ihrer Ärzt*in alle Medikamente mit, die Sie einnehmen.

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