Osmotisch wirksame Abführmittel

Lactulose

Lactulose

Zweifachzucker aus der Gruppe der Abführmittel (Laxanzien). Lactulose führt dazu, dass Wasser ins Innere des Dickdarms zurückfließt. Das weicht den Stuhl auf und fördert die Darmbewegung. Das Medikament ist frei verkäuflich – viele Menschen nehmen es bei Verstopfung (Obstipation). Die Ärzt*in verordnet es bei Erkrankungen und Operationen im Enddarm und Analbereich, um die Stuhlbeschaffenheit zu verbessern. Dies hilft auch bei Hämorrhoiden. Ärztlich verordnet wird Lactulose ferner bei Leberzirrhose. Bei dieser schweren Erkrankung erfüllt die Leber ihre Entgiftungsfunktion nicht mehr. Giftstoffe wie Ammoniak reichern sich im Darm an, treten ins Blut über und schädigen das Gehirn (hepatische Enzephalopathie). Hier bewirkt die Lactulose, dass weniger Ammoniak im Darm entsteht.
Lactulose gibt es als Sirup, Granulat und Pulver. Den Sirup nehmen Sie pur ein, das Granulat und das Pulver mischen Sie mit warmem Wasser oder einem anderen warmen Getränk wie Kaffee oder Tee. Sie können Lactulose auch in einen Joghurt, Müsli oder Brei einrühren. Ansonsten nehmen Sie Lactulose unabhängig von den Mahlzeiten ein, üblicherweise bei Verstopfung 1 bis 2-mal täglich 5–10 Gramm. Um die Wirkung zu testen, beginnen Sie am besten mit der halben Dosis und steigern diese langsam. Die Dosis ist dann optimal, wenn zwei, maximal drei weiche Stühle am Tag auftreten. Die abführende Wirkung setzt nach 2–10 Stunden ein. Wichtig ist, dass Sie über den Tag hinweg genug Wasser trinken, damit Sie über den Stuhl nicht zu viel Flüssigkeit verlieren.
Bei Leberzirrhose verordnet Ihnen Ihre Ärzt*in Lactulose in einer viel höheren Dosis.
Bei richtiger Dosierung ist Lactulose gut verträglich. Am Anfang der Einnahme entstehen häufig vermehrt Blähungen (Meteorismus), diese verschwinden aber nach ein paar Tagen wieder. Bei hoher Dosierung von Lactulose treten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Bei starkem Durchfall verliert der Darm zudem viel Salz und Flüssigkeit. Insbesondere ein Mangel an Kalium (Hypokaliämie) wird dann gefährlich, denn er löst Herzrhythmusstörungen aus.
Treten Nebenwirkungen auf, reduzieren Sie die Dosis.
Lactulose zählt zu den milden Abführmitteln, nehmen Sie es jedoch nur in Rücksprache mit Ihrer Ärzt*in länger als 2 Wochen ein. Ein gefährlicher Mangel an Kalium kann nämlich bei Dauereinnahme auch ohne Durchfall auftreten.
Bereits vor der ersten Einnahme von Lactulose müssen Sie Ihre Ärzt*in befragen,
  • wenn Sie eine ernste Magen- oder Darmerkrankung haben
  • wenn ihr Wasser- und Salzhaushalt gestört ist, wie z. B. bei geschädigten Nieren
  • wenn Sie Diuretika oder Kortison einnehmen
  • wenn Sie Diabetiker sind und Insulin spritzen. Das Insulin wirkt bei Lactulose-Einnahme schwächer und Sie müssen die Insulindosis eventuell steigern.

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