Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen

Metoclopramid

Metoclopramid

Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen. Metoclopramid oder kurz MCP, wie es die Ärzt*innen nennen, dämpft die Aktivität des Brechzentrum im Gehirn. Das fördert die Magenbewegungen und die Magenentleerung in den Zwölffingerdarm. Metoclopramid wird häufig verordnet, so gegen Übelkeit (auch auf Reisen), bei Völlegefühl und Schmerzen im Magen (Reizmagen), bei Migräne, nach Operationen sowie in der Tumortherapie. MCP gibt es als Tabletten, Tropfen und Retardkapseln. Retardkapseln setzen den Wirkstoff langsam über mehrere Stunden hinweg frei. Die Dosierung beträgt 30 mg und Sie nehmen nur eine Kapsel pro Tag ein. Für Tabletten beträgt die Einzeldosis 10 mg, maximal 3-mal täglich. Tropfen lassen sich flexibel dosieren, aber ebenfalls insgesamt nicht mehr als 30 mg am Tag.
MCP nehmen Sie am besten vor oder nach den Mahlzeiten mit Flüssigkeit. Die Wirkung setzt nach 15–30 Minuten ein. Halten Sie zwischen den Einnahmen einen Zeitabstand ein von mindestens 6 Stunden. Damit verringern Sie das Risiko für Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen von MCP sind Müdigkeit und Schwindel. Bei Erwachsenen selten aber gefürchtet sind durch MCP ausgelöste Bewegungsstörungen, sogenannte extrapyramidale Symptome. Zu ihnen zählen Muskelzuckungen im Gesicht und am Hals sowie Muskelkrämpfe. Bei normaler Dosierung sind diese Bewegungsstörungen allerdings selten. Das Risiko dafür steigt mit Dosis und Dauer der Einnahme. Halten Sie sich daher bei der Einnahme an die verordnete Dosis und nehmen Sie Metoclopramid nicht länger als 5 Tage ein. Treten Bewegungsstörungen auf, setzen Sie Metoclopramid sofort ab. Sind die Bewegungsstörungen schwer, gehen Sie ins Krankenhaus. Es gibt ein Gegenmittel namens Biperiden, das diese lindert oder stoppt.
Die Bewegungsstörungen treten im Kindesalter wesentlich häufiger auf. MCP ist daher für Kinder und Jugendliche nur in besonderen Fällen zugelassen, beispielsweise bei Übelkeit nach einer Operation und dann nur als Medikament der zweiten Wahl. Als fast genauso wirksame Alternative wird Domperidon empfohlen. Für Säuglinge unter 1 Jahr ist MCP nicht zugelassen.

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