Lincosamide, Makrolide

Clarithromycin

Clarithromycin

Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Clarithromycin wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Chlamydien und Mykoplasmen. Clarithromycin wird angewandt bei Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen. Es wird weiter verordnet bei Infektionen der Haut und des Magen-Darm-Trakts. Bei Infektionen mit dem Magenkeim Helicobacter pylori wird Clarithromycin kombiniert mit dem Antibiotikum Amoxicillin und einem Protonenpumpenhemmer.

Clarithromycin wird 2-mal täglich als Tablette oder Kapsel eingenommen mit einem Glas Wasser. Die Behandlung dauert normalerweise 5–14 Tage, abhängig von der Schwere der Infektion. Nach dem Schlucken bleibt ein unangenehmer Geschmack im Mund. Für Kinder gibt es Clarithromycin als Saft, der aber leider bitter schmeckt. Um die Einnahme schmackhafter zu machen, mischen Sie den Saft oder die Tablette mit Joghurt oder anderen Lebensmitteln.

Häufige Nebenwirkungen bei der Einnahme von Clarithromycin sind Übelkeit, Bauchschmerzen und weiche Stühle bis hin zu Durchfällen. Patienten berichten auch über Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautausschläge und Geschmacksstörungen. Selten entwickelt sich eine Dickdarmentzündung, die sogenannte Antibiotika-assoziierte Enterokolitis. Vermuten Sie das, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärzt*in oder Apotheker*in.

Als Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei der Einnahme von Clarithromycin zu erwarten:
  • Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar wirken stärker. Sprechen Sie vor der Clarithromycin-Einnahme unbedingt mit Ihrer Ärzt*in!
  • Die „Anti-Baby-Pille“ wirkt nicht mehr sicher. Sie müssen also zusätzlich verhüten.
Nehmen Sie Clarithromycin nicht zusammen mit folgenden Medikamenten ein, da lebensbedrohliche Nebenwirkungen drohen:
  • Terfenadin und Astemizol (bei Allergien)
  • Pimozid (bei Schizophrenie)
  • Mutterkornalkaloide wie Ergotamin und Dihydroergotamin (bei Migräne) sowie Bromocriptin (bei Parkinson-Krankheit)
  • Simvastatin, Lovastatin und Atorvastatin (bei zu hohem Cholesterin)
  • Ticagrelor (nach einem Herzinfarkt oder bei koronarer Herzkrankheit)
  • Ranolazin (bei koronarer Herzkrankheit)
  • Midazolam (bei Schlafstörungen)
  • Colchizin (bei Gicht).
Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärzt*in, wenn Sie Begleiterkrankungen haben oder weitere Medikamente einnehmen. So kann sie rechtzeitig mögliche Risiken erkennen und nötigenfalls ein alternatives Antibiotikum verordnen.

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