Medikament gegen Pilzinfektionen (Mykosen). Es wirkt gegen Hefepilze wie Candida albicans. Was Nystatin gegenüber anderen Antimykotika (Pilzmitteln) auszeichnet ist, dass es bei oraler Einnahme fast nicht ins Körperinnere aufgenommen wird. Deshalb treten auch kaum Nebenwirkungen auf.
Eingesetzt wird Nystatin bei
  • Pilzinfektionen im Mund (Mundsoor), Speiseröhre und Darm (Darmsoor)
  • Pilzinfektionen der Scheide (Scheidenmykose). Bei wiederkehrenden Pilzinfektionen verordnet die Frauenärzt*in Nystatin auch prophylaktisch
  • Pilzinfektionen im Windelbereich (Windelsoor)
  • Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem. Sie leiden häufig unter schweren Pilzinfektionen. Damit erst gar keine Infektion ausbricht, erhalten sie Nystatin prophylaktisch.
Nystatin ist ein rezeptfreies Medikament. Die Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Ausgenommen sind Pilzinfektionen in Mund und Rachen. In diesem Fall kann die Ärzt*in ein Kassenrezept ausstellen.
Als Suspension oder Gel hilft Nystatin gegen Pilzinfektionen im Mund. Das Gel wird bis zu 6-mal täglich mit einem Wattestäbchen auf die erkrankte Schleimhaut aufgetupft, am besten nach dem Essen. Von der Suspension nehmen Erwachsene 4 bis 6-mal täglich 0,5 bis 1 ml (50.000–100.000 IE), ebenfalls am besten nach dem Essen. Mithilfe einer Pipette träufeln Sie die Suspension in den Mund. Bewegen Sie die Suspension dann möglichst lange im Mund hin und her. So wirkt Nystatin länger ein. Danach spucken Sie die Suspension aus oder schlucken sie runter. Sind die befallenen Stellen im Mund abgeheilt, nehmen Sie Nystatin noch weitere 2–3 Tage ein. So gehen Sie sicher, dass kein Rückfall eintritt.
Bei einer Pilzinfektion in Speiseröhre oder Darm schlucken Sie die Suspension direkt runter. Die Dosis beträgt in diesem Fall 4 bis 6-mal täglich 2 ml (200.000 IE). Es gibt auch Tabletten gegen die Pilzinfektion im Darm. Nehmen Sie 3-mal täglich 1 Tablette (500.000 IE) ein, üblicherweise mit Wasser und nach dem Essen. Die Behandlung dauert sowohl mit der Suspension als auch mit Tabletten etwa 2 Wochen. Auch hier gilt: Beenden Sie die Behandlung erst dann, wenn sie 2 oder 3 Tage beschwerdefrei sind.
Bei der Pilzinfektion der Scheide führt die Frau Vaginaltabletten aus Nystatin in die Scheide ein. Das gelingt am besten mit einem Applikator. Üblicherweise werden 3 Tage hintereinander zwei Tabletten eingeführt oder 6 Tage hintereinander 1 Tablette. Am besten machen Sie das vor dem Schlafengehen. Dann verteilt sich das Nystatin über die Nacht tief in der Scheide. Zusätzlich wird der äußere Genitalbereich mit einer Nystatin-Creme behandelt.
Salben und Pasten aus Nystatin helfen bei Pilzinfektionen im Windelbereich. Sie werden bei jedem Windelwechsel aufgetragen. Häufig enthalten sie als Zusatz Zinkoxid. Zinkoxid hilft bei der Wundheilung und bindet Feuchtigkeit. Unterstützend lassen Sie Ihr Baby sooft wie möglich windelfrei herumkrabbeln. Pilze mögen nämlich keine trockene Umgebung. Trockenheit hilft deshalb, die Pilze zu bekämpfen.
Nystatin ist sehr gut verträglich. Nur selten treten an Haut und Schleimhaut leichte Reaktionen wie Juckreiz, Brennen und Rötung auf. Wird Nystatin geschluckt, wirkt es nur in der Schleimhaut von Magen und Darm – nur selten entstehen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Nystatin darf nicht gleichzeitig mit anderen Pilzmitteln benutzt werden. Die Wirkung der einzelnen Mittel hebt sich sonst auf. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht zu erwarten. Wichtig ist, dass Nystatin im Vaginalbereich die verhütende Wirkung von Kondom und Diaphragma beeinträchtigt.

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